Der Frühling ruft!

Kaum werden die Tage wieder länger, juckt es auch schon im Gärtnerfinger. Leider kann man im Februar noch nicht so viel im Garten erledigen, aber es ist genau die richtige Zeit um das neue Gartenjahr zu planen. Als ich anfing zu gärtnern, habe ich einfach losgelegt, ohne wirklichen Plan, doch seit zwei Jahren bin ich da etwas vorbildlicher. Bevor man nämlich anfängt, sollte man ein paar Überlegungen anstellen:

Wie ist der Boden in meinem Garten?

Nicht jeder Boden ist gleich gut für bestimmtes Gemüse geeignet, deswegen ist es gut zu wissen, auf welchem Untergrund man seine Schützlinge pflanzt. Es gibt grob unterteilt drei verschiedene Bodentypen:

Humoser Boden → Des Gärtners Liebling. Er riecht nach Wald, enthält viel organisches Material, ist nährstoffreich und kann Wasser gut speichern.

Sandiger Boden → ist oft nährstoffarm, da das Wasser Nährstoffe schnell ausspült, dafür erwärmt er sich recht schnell und ist gut, um im Frühling zeitig zu starten. Kann durch untermischen von Kompost und Gesteinsmehl verbessert werden.

Lehmiger/toniger Boden (auch schwerer Boden genannt) →  speichert Nährstoffe und Wasser, verdichtet aber auch schnell. Er erwärmt sich nur langsam und muss regelmäßig bearbeitet werden, damit er durchlässig bleibt.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Bodenbeschaffenheit zu testen. Eine der einfachsten geht so: ihr mischt etwas Gartenerde, die ihr an verschiedenen Stellen eingesammelt habt mit Wasser und drückt das ganze mit den Händen zusammen. Wenn der Klumpen sofort auseinanderfällt, habt ihr sandigen Boden. Wird der Klumpen fest und zeichnen sich Fingerabdrücke ab, dann ist die Beschaffenheit eher lehmig. Bildet sich ein Klumpen der langsam und ungleichmäßig auseinanderfällt, habt ihr vermutlich humosen Boden.

 Für eine andere Variante benötigt ihr ein großes Schraubglas und wieder etwas Gartenerde und Wasser. Füllt eine Schippe Erde ins Glas und füllt es zu ¾ mit Wasser und dann schüttelt kräftig. Lasst das Glas eine Weile stehen, damit die Erde sich setzen kann. Ganz unten im Glas setzt sich Sand ab. Also je größer diese Schicht ist, desto sandiger ist euer Boden. Humosen Boden erkennt ihr daran, dass das Wasser bräunlich gefärbt, aber noch durchsichtig ist und zersetzte Pflanzenteilchen darin schwimmen. Lehmige Böden hinterlassen eine trübe Suppe im Glas, die erst nach Tagen durchsichtig wird.

Wenn ihr jetzt wisst, welchen Bodentyp ihr im Garten habt, könnt ihr besser planen, welches Gemüse ihr sät. Es gibt für alle Bodenarten Spezialisten unter den Pflanzen und es gibt auch die Möglichkeit, Böden durch bestimmte Maßnahmen zu verbessern. Zur Bodenaufbereitung werden wir aber wahrscheinlich noch eine Extrafolge machen.

Wie sollen meine Beete aussehen?

Welche Form eure Beete haben sollen, ist euch ganz selbst überlassen. Einige erweisen sich als äußerst praktisch, wie z.B. Hochbeete oder Hügelbeete, andere sollen einfach schön aussehen. Das ist absolut Geschmackssache. Trotzdem gibt’s ein paar Faustregeln, an denen ihr euch orientieren könnt. Eine optimale Beetbreite liegt bei 1,20m. Da kann man nämlich bequem von beiden Seiten zwischen den Pflanzen wühlen, ohne sich zu weit strecken zu müssen. Wenn ihr 2 Meter groß seid, könnte euer Beet natürlich auch 1,50m breit sein. Damit alle Pflänzchen ausreichend Sonne bekommen, richtet man ein Beet optimalerweise auf der Nord-Süd-Achse aus. Sollt das bei euch nicht möglich sein, schaut einfach auf welcher Stelle die Sonne am längsten scheint und setzt dort die Sonnenanbeter hin.

Zwischen den einzelnen Beeten sollten ca. 40 cm frei bleiben, damit ihr bequem durchkommt und notfalls auch noch eine Schubkarre durchschieben könnt.

 

Welches Gemüse möchte ich?

Jetzt geht’s an die konkrete Planung. Macht euch eine Liste mit den Gemüsesorten, die ihr gern ernten möchtet. Ich habe schon ein paar mal den Fehler gemacht, Gemüse anzubauen, dass ich eigentlich nicht gern hab. Ich dachte wohl, dass mir Spinat auf einmal schmeckt, wenn er aus dem eigenen Garten kommt. Weit gefehlt. Plant wirklich nur Gemüse, das ihr auch gern esst. Wenn ihr die Liste voll habt, schaut nochmal auf die Ausgangssituation. Kommt euer gewähltes Gemüse mit dem Boden und dem Licht zurecht oder müssen ein paar Sorten gleich verschwinden? Wer zum ersten Mal sein Beet bestückt, hat Glück und muss nicht auf den Fruchtwechsel achten. Ihr könnt euch jetzt einen Gartenplan malen und dann mit der Anzucht loslegen. Informiert euch vielleicht noch, welche Pflanzen sich gut vertragen und setzt diese zusammen in ein Beet. (Wir werden später auch noch einen Beitrag zur Mischkultur machen). Wer aber einen Garten übernimmt oder schon im zweiten Gartenjahr ist, der sollte darauf achten, den Fruchtwechsel einzuhalten.

Was bedeutet eigentlich Fruchtwechsel?

Fruchtwechsel bedeutet, dass man auf den Beeten jedes Jahr unterschiedliche Kulturen anbaut. Pflanzen lassen sich in verschiedene Gruppen bzw. Familien einteilen und Mitglieder der gleichen Familie sollten möglichst nicht nacheinander oder oft auch nebeneinander stehen. Man unterscheidet:

Doldenblütler → Dill, Möhren, Fenchel, Petersilie, Sellerie und viele weitere Kräuter

Nachtschattengewächse → Tomaten, Paprika, Kartoffeln, Auberginen

Kreuzblütler → Radieschen,Rettich, Kresse, Kohlrabi, Brokkoli, Blumenkohl und weitere Kohlarten

Hülsenfrüchte/Leguminosen → Bohnen, Erbsen, Linsen

Kürbisgewächse → Kürbis, Zucchini, Melone, Gurken

Es ist also keine gute Idee immer wieder Kartoffeln auf dasselbe Beet zu setzen oder Auberginen im Folgejahr dort anzubauen. Der Grund dafür ist, dass diese Familienmitglieder sich die gleichen Krankheiten und Schädlinge teilen. Wenn also eine Krankheit noch im Boden ist und ein Familienmitglied dort steht, wird es sich vermutlich anstecken. Ein weiterer Grund, den Fruchtwechsel einzuhalten liegt darin, dass Pflanzen unterschiedliche Nährstoffbedarfe haben. Man unterscheidet hier drei Gruppen, die Starkzehrer, die Mittelzehrer und die Schwachzehrer. Wie der Name schon erahnen lässt, haben Starkzehrer einen hohen Nährstoffbedarf und sollten im ersten Jahr auf’s Beet. Dazu gehören zum Beispiel Tomaten und Kürbisse. Im darauffolgenden Jahr kommen dann Mittelzehrer ins Spiel und nehmen den Platz von Tomate, Kartoffel und Co ein. Zu ihnen gehören Knoblauch, Möhren, Kohlrabi und Erdbeeren. Im dritten Jahr rutschen dann die Schwachzehrer, wie z.B. Salat, Spinat, Bohnen und Erbsen auf die Plätze. Im besten Fall hängt ihr dann noch ein viertes Jahr daran, in dem sich das Beet erholen kann. Da könnt ihr dann Gründüngung wie Senf, Phacelia oder Wicken aussäen. Im fünften Jahr geht es dann wieder vor vorne los. 

Wenn ihr nicht so viel Platz habt, könnt ihr den Boden, nachdem ihr die Schwachzehrer geerntet habt, mit Kompost oder Bokashi aufbessern. Wichtig ist es, dem Boden immer wieder etwas zurückzugeben.

ACHTUNG FEHLER!
In der Episode sprechen wir zwar immer wieder von Fruchtfolge, eigentlich meinen wir aber Fruchtwechsel. Verzeiht uns diesen Fehler. 🙂 Bei utopia könnt ihr das genauer nachlesen. Asche auf unser Haupt!

Pin mich!
geteiltes Wissen ist doppeltes Wissen...
Print this page
Print
Share on Facebook
Facebook
Pin on Pinterest
Pinterest
Email this to someone
email

3 Replies to “Der Frühling ruft!”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.