Hoch hinaus

Wie man ein Hügelbeet anlegt

Hat sich bei euch auch jede Menge Gartenabfall gesammelt? Bei uns ist der Komposthaufen voll, Mulch ist überall verteilt und trotzdem liegt noch Material herum. Selbst unsere wilden Ecken sind voll mit Baum- und Strauchschnitt und was jetzt noch übrig ist, hat einfach keinen Platz mehr. Damit wir das gute Material nicht verschwenden, wollen wir es in einem Hügelbeet verschwinden lassen!

Los geht’s

Das ist eigentlich ein Beet, aber man kann nicht mehr viel davon erkennen 😉

Ein Hügelbeet sollte im Garten auf der Nord-Süd-Achse angelegt werden, damit es genügend Sonne abbekommt. Ähnlich wie bei anderen Beete, solltet ihr die Breite nach eurer Körpergröße planen (zwischen 1,20m bis 1,60m). Wie lang euer Beet wird, ist euch überlassen. Achtet darauf, dass ihr die Mitte gut erreichen könnt, ohne auf’s Beet steigen zu müssen. In der Mitte sollte das Beet eine Höhe von etwa 50 cm haben.

Vorbereitung

Sollte an der Stelle, an der ihr das Beet errichten wollt noch Gras wachsen, müsst ihr dieses zunächst mit einem Spaten abstechen und am Rand sammeln. Wenn ihr keine Erde kaufen wollt, grabt noch einen Spatenstich tief und sammelt die Erde ebenfalls am Rand.

Den Aushub gut aufheben!

Wenn ihr ein bestehendes Beet in ein Hügelbeet verwandeln wollt, beginnt ihr gleich damit, einen Spatenstich tief zu graben und die Erde am Rand zu sammeln.

Schichten

Jetzt könnt ihr euer Hügelbeet schon wie eine Lasagne schichten

1. Auf den ausgehobenen Boden kommen Äste, Holzstücke, Baumschnitt und anderes grobes Material. Schichtet alles auf etwa 40 cm Höhe. Große Holzstücke dienen als Wasserspeicher.
2. Über das grobe Material kommen die Grassoden. Legt sie mit dem Grün nach unten. Wenn ihr keine Grasnarbe habt, macht einfach mit dem nächsten Schritt weiter. Diese Schicht kann etwa 15 cm hoch werden. Wir haben hier Unkraut als Zwischenschicht verwendet.
3. Schichtet anschließend Laub, Stroh (falls ihr habt) und Grasschnitt über die Grassoden bzw. die grobe Schicht. Diese Lage kann etwa 20 cm dick werden.
4. Verteilt etwa 10-15 cm groben Kompost oder Mist über die Laubschicht.
5. Die ausgehobene Erde wird über die Kompostschicht gegeben. Diese Schicht solltet ihr gut anklopfen.

Wir haben es bei unserem Hügelbeet nicht so super genau genommen. Wir haben einfach so viel Material verwendet, wie wir da hatten. Wichtig ist, dass die Laub-/Strohschicht recht dicht ist, damit der erste Regen nicht gleich die ganze Erde in das Hügelinnere spült.

Womit bepflanzt man ein Hügelbeet

Euer Hügelbeet ist jetzt vollgepumpt mit wertvollem Material, das nun langsam vor sich hin verrottet und dabei seine Nährstoffe freigibt. Im ersten Jahr wird viel Stickstoff freigesetzt und ihr könnt aus den Vollen schöpfen. Starkzehrer wie Tomaten, Kürbisse, Kohl, Porree oder Gurken fühlen sich jetzt richtig wohl auf dem Hügel.

Was ihr im ersten Jahr nicht pflanzen solltet, sind Gemüse, die Nitrat einlagern. Verzichtet also lieber auf Spinat, Salat, Rettich, Mangold oder Petersilie.

Im zweiten Jahr können Mittelzehrer wie Zwiebeln und Möhren ins Beet und ihr könnt anfangen auch Salate anzubauen. 

Danach macht ihr einfach so weiter, wie ihr es auf euren anderen Beeten auch tut. Also dem Fruchtwechsel nach.

Wie bepflanzt man ein Hügelbeet?

Im Prinzip ist es jedem selbst überlassen, wie er seinen Hügel bepflanzt. Ihr könnt euch an die Regeln der Mischkultur halten und Gemüse nebeneinander setzen, das sich gut versteht. Auf dem Scheitel könnt ihr Kulturen pflanzen, die solo stehen und groß werden. Sehr große Pflanzen wie z.B. Tomaten solltet ihr an das Nordende des Scheitels setzen, damit sie anderen nicht das Licht stehlen. Wir werden es wohl mal mit Kohl versuchen. 

In mittleren Bereich können Pflanzen stehen, die die Erde gut festhalten wie z.B. Erbsen, Grünkohl oder Porree.

Am unteren Rand des Beetes solltet ihr tiefwurzelndes Gemüse wie z.B. Rote Bete, Pastinaken oder Petersilienwurzel pflanzen, da diese die Erde festhalten und verhindern, dass bei Regen zu viel weggespült wird.

Vor und Nachteile eines Hügelbeetes

Vorteile +Nachteile –
Die Hügelform erwärmt sich im Frühjahr schneller und eure empfindlicheren Kulturen können ein paar Tage früher raus.Das Anlegen eines Hügelbeetes ist ganz schön aufwendig und erfordert großen körperlichen Einsatz.
Der Boden wird nachhaltig verbessert. Gerade wenn ihr schwere Böden habt, ist ein Hügelbeet ein tolles Mittel, den Boden langfristig aufzuwerten.
Durch seine Höhe ist das Hügelbeet angenehmer zu bearbeiten, als Kulturen auf dem Boden.Die Bearbeitung des Hügels kann schwierig sein. Selbst wenn man nur mit kleinen Werkzeugen arbeitet, muss man sehr vorsichtig sein, damit die Erde nicht ständig herunter fällt. Um Unkraut zu vermeiden, solltet ihr regelmäßig mulchen.
Im Hügelbeet kann man eine Menge Gartenabfall verschwinden lassen, was vor allem in kleineren Gärten eine gute Sache ist.Es kann passieren, dass Mäuse sich zwischen dem groben Material sehr wohlfühlen und euer Gemüse anknabbern. Um das zu verhindern, könnt ihr im Vorfeld Kaninchendraht auf den Boden legen und erst dann mit der Schichtung anfangen.
Die verrottenden Materialien setzen nach und Nährstoffe frei, sodass Düngerzugabe zumindest im ersten Jahr nicht notwendig ist. Die bei der Zersetzung entstehende Wärme verschafft den Pflanzen ebenfalls einen Wachstumsvorsprung.
Die Form sorgt für eine erweiterte Anbaufläche.Hügelbeete sine recht wuchtig.
Hügelbeete eignen sich gut für feuchtere Lagen und Gärten, die hin und wieder überschwemmt werden, da man auf einem Hügelbeet dann trotzdem mit der Aussaat beginnen kann.Die Bewässerung kann ein Problem darstellen, da so ein Beet sehr schnell abtrocknet. Ich werde zwei Ollas in den Hügel einlassen, um eine gleichmäßige Bewässerung zu gewährleisten. Außerdem kann zu starker Regen die Erde wegschwemmen. Dagegen kann ebenfalls eine Mulchschicht helfen. Ihr könnt auch auf dem Kamm des Hügels eine Gießrinne formen, damit das Wasser nicht zu schnell am Rand hinunter läuft.

Wir sind guter Dinge, dass unser Hügelbeet uns Freude bringt und werden dann im nächsten Herbst darüber berichten. Teilt uns gern auch eure Erfahrungen mit! Wir freuen uns über einen regen Austausch in den Kommentaren oder auch bei Instagram!

Quellen:

Peter Rasch/Udo Tanske; Rasch durch den Garten Band 3 – Das NDR Gartenbuch; Hinstorffb 2019

Robert Elger; Die neuen Gemüsegärten; LV-Buch; 2017

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