Wasser Marsch!

Bewässerung auf Balkon, Terrasse und im Garten

Dass wir ohne Wasser schlecht dran sind, merken wir spätestens, wenn wir mal richtig Durst haben. Und so geht es so gut wie allem Leben auf dieser Welt. Ohne Wasser läuft nichts. Auch unsere Pflanzen auf dem Balkon, der Terrasse und im Garten gieren nach dem kühlen Nass. Wie wir unsere Schützlinge gut über den Sommer bringen und dabei vielleicht auch in den Urlaub fahren können, wollen wir euch heute verraten. 

Denn wir reden heute über Bewässerung im Garten oder auf dem Balkon und schauen uns dabei nicht nur klassische Bewässerungssysteme an, sondern geben auch Tipps für Gärten ohne Wasseranschluss oder Balkongärtner*innen.

1.Wasser sammeln

Um etwas bewässern zu können, muss man erst einmal Wasser haben. Gut, auf dem Balkon ist das Problem schnell gelöst: Wasserhahn auf, Gießkanne voll. Doch auch in der Wohnung könnt ihr Gießwasser sammeln. Wir haben z.B. eine 120 Liter Tonne auf der Terrasse, in der wir Grauwasser sammeln. Wenn wir viel Obst oder Gemüse verarbeiten, sammeln wir das Wasser, das bei der Verarbeitung anfällt, in einem Eimer und lehren ihn dann in die Tonne. Kleiner Tipp: Im Wasser sollten nicht zu viele Obstreste schwimmen, da es sonst in der Tonne gärt und unangenehm zu riechen beginnt. Ihr solltet euren Behälter an einer schattigen Stelle aufstellen. Im Garten sammeln wir Regenwasser vom Dach in zwei großen Tonnen. Außerdem haben wir einen Teich und einen Brunnen. Ihr solltet wirklich jede Möglichkeit nutzen Wasser aufzufangen. Auch für uns ist das Grundwasser anzuzapfen immer die letzte Option.

2. Gießen 

Wenn ihr Wasser gesammelt habt, müsst ihr ja nur noch gießen. Damit man nicht jeden Tag Stunden damit verbringt die Pflanzen zu gießen, gibt es einige Möglichkeiten, die uns die Arbeit erleichtern. Man sagt z.B. einmal hacken spart dreimal gießen. Es ist also sinnvoll, den Boden vor dem Gießen einmal gründlich durch zu hacken, damit er wieder offenporig ist und genügend Wasser aufnehmen kann. Wir machen zusätzlich um unsere größeren Kulturen wie z.B. Brokkoli, Kürbisse und Zucchini Gießringe, die das Wasser dann direkt an der Pflanze halten. Dazu baut ihr einfach mit der Hand einen kreisförmigen Schutzwall um die Pflanze, so dass das Wasser nicht über das ganze Beet läuft sondern in der Wurzelgegend der Pflanze bleibt. Und wenn ihr richtig viel Zeit beim Gießen sparen wollt, mulcht nach dem Gießen. Eine Mulchdecke kann aus organischem Material bestehen wie z.B. Rasenschnitt, Unkräutern oder Schafswolle und sorgt dafür, dass die Feuchtigkeit im Boden bleibt und nicht verdunsten kann. 

3. Bewässerungssysteme

Bewässerung ist so eine Kunst für sich. Unter den klassischen Bewässerungssystemen kennt ihr vielleicht Tropfschläuche, Sprinkler oder Perlschläuche. Diese Systeme funktionieren nur, wenn ihr einen Wasseranschluss im Garten habt. Es gibt aber auch Möglichkeiten ohne festen Wasseranschluss Pflanzen längerfristig zu bewässern. Wir wollen euch heute sowohl Methoden für den Garten, als auch Methoden für den Balkon vorstellen.

Kleine Lösungen für den Balkon 

Kübelpflanzen haben schon ein schweres Los gezogen, sie sind immer von uns abhängig. Geben wir ihnen nicht genügend Wasser oder Nährstoffe, kümmern sie vor sich hin. Aber mit aufopfernder Pflege können wir auch auf dem Balkon köstliche Tomaten, leckere Kräuter und frische Erdbeeren ernten. 

Der Klassiker unter den Gießhilfen sind wohl PET-Flaschen. Man muss nur mit einem heißen Nagel ein paar Löcher in den Deckel brennen und den Boden abschneiden. Steckt man sie Flaschen dann kopfüber in die Kübel, können die Pflanzen das Wasser nach und nach aus der Flasche ziehen. 

Wenn man seine Pflanzen gleich von Anfang an mit Reserven ausstatten will, kann man Balkonkästen mit Reservoir bauen. Dazu benötigt man zwei handelsübliche Balkonkästen und Tongranulat. In den Boden des einen Kastens bohrt ihr mehrere Löcher, den zweiten Kasten füllt ihr mit etwa 5 cm Tongranulat. Die Kästen ineinander stellen und über den entstandenen Spalt mit Wasser füllen.

Eine weniger aufwendige Lösung für den Urlaub, sind Wassergefäße, die mithilfe einer Baumwollschnur Wasser zur Pflanze transportieren. Dazu braucht ihr Baumwollschnur oder alte Stofffetzen und verschiedene Gefäße, die möglichst viel Wasser speichern. Die Gefäße sollten etwas erhöht stehen, damit die Schwerkraft die Pflanzen beim Wassertransport unterstützen können. Die Baumwollfäden oder Fetzen müsst ihr vorher vollständig nass machen. Dann lasst ihr ein Ende im Eimer und das andere Ende wird leicht im Pflanzenkübel vergraben. Die Pflanze kann sich nun nach Lust und Laune aus den Behältern bedienen. 

Mittelgroße Lösungen für Beete 

Ollas

Ollas sind Bewässerungskübel aus unlasiertem Ton. Man kann Ollas, die ursprünglich aus Südamerika kommen, inzwischen auch in Deutschland kaufen. Wer ein Sparfuchs ist, kann sie aber auch mit wenigen Handgriffen selber bauen. Wir verwenden selbstgebaute Ollas auf der Terrasse und sind damit sehr zufrieden. Ihr braucht zwei gleich große Tontöpfe, eine kleine Fliese oder etwas Kork, um das Loch im Boden abzudecken und etwas Silikon aus dem Baumarkt. Klebt zunächst mit dem Kleber und der Fliese bei einem der Töpfe das Loch zu. Anschließend werden beide Töpfe an ihren Rändern aufeinander geklebt. Lasst alles gut trocknen und vergrabt eure Ollas dann da, wo ihr sie braucht (Hochbeet, Hügelbeet, Gewächshaus…). Das zugeklebte Loch kommt nach unten und das obere Loch muss noch raus schauen, damit ihr durch dieses Wasser einfüllen könnt. Das Wasser kann durch die porösen Tonwände durchdiffundieren und eure Pflanzen sind ganz stressfrei mit Wasser versorgt.

Wir haben etwas geschummelt und nur einen Tontopf versenkt

Schwerkrafttropfsysteme

Wer richtig viel Zeit und Lust hat, kann ein Tropfsystem auch selber bauen. Dazu benötigt man allerdings recht viel Zeug und Zeit. Ihr braucht große Wassergefäße mit Ablaufhahn, die am Ende eurer Beete stehen. Damit die Schwerkraft das Wasser ins Beet bringt, sollten eure Wasserbehälter erhöht stehen. Am Hahn schließt man dann einen Schlauch an, der entweder von euch per Hand durchlöchert wurde oder halt ein Tropfschlauch ist. Den durchlöcherten Schlauch verlegt ihr so in euren Beeten, dass jede Pflanze etwas davon hat.

Große Systeme für den ganzen Garten 

Automatische Bewässerung

Theoretisch kann man das gerade erwähnte Schwerkraftsystem auch für den ganzen Garten verwenden. Das ist dann aber wahrscheinlich nicht nur aufwändig, sondern auch recht teuer. Ich bin nicht sicher, ob man an so ein stromloses System nicht sogar einen batteriebetriebenen Bewässerungsautomaten anschließen könnte. Falls ihr da Erfahrungen habt, lasst es uns wissen.

Wir bewässern nur das Gewächshaus automatisch und hoffen im Rest des Gartens auf Regen. Im Gewächshaus haben wir einen Perlschlauch verlegt, der über einen Bewässerungscomputer an die elektrische Pumpe angeschlossen ist. Das ist absoluter Luxus, von dem wir auch nur Gebrauch machen, wenn wir wegfahren und niemand das Gießen übernimmt. Unsere Erfahrung mit dem Perlschlauch ist durchwachsen. Wenn er funktioniert, funktioniert er wirklich gut, allerdings geht uns der Schlauch ständig kaputt, was wohl am Wasserdruck liegen könnte. 

Wir hoffen, wir konnten euch ein paar Tipps zur Bewässerung geben, sodass ihr ein paar Tage unbeschwert in den Urlaub fahren könnt. Wenn ihr noch tolle andere Methoden habt, lasst es uns gern in den Kommentaren wissen.

geteiltes Wissen ist doppeltes Wissen...
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