Plastikfreie Küche

-in drei einfachen Schritten-

Plastik ist in aller Munde und das wortwörtlich. Unlängst wurden Mikroplastikpartikel in einer Regenwasserprobe in den Rocky Mountains auf 3000m Höhe gefunden.

In Deutschland kommen pro Kopf 38kg Plastikverpackung im Jahr zusammen. Da ist all das Plastik, dass sich sonst noch in unseren Schränken befindet, noch gar nicht eingerechnet. Es gibt viele Gründe Plastik einzusparen. Der Wichtigste für mich ist meine Gesundheit. Gerade der Gedanke, dass ich über Lebensmittel Plastik und andere Giftstoffe wie z.B. Weichmacher aufnehme, gruselt mich gewaltig. Ich hoffe, dass es euch genauso geht und wir heute gemeinsam etwas dagegen tun. 

Wenn ich so durch unsere Küche schaue, sehe ich dort noch eine ganze Menge Plastik. Das muss auch nicht unbedingt schlimm sein, doch hier und da hätte ich gern weniger davon. Vor allem in Kontakt mit Lebensmitteln. Ihr habt sicherlich auch noch einiger dieser “Die-musst-du-mir-aber-unbedingt-wiedergeben-Tupperdosen” aus dem Elternhaus. Früher hab ich darin auch mein Essen für die Arbeit mitgenommen und es sogar in der Mikrowelle warm gemacht. Heute würde mich nichts mehr zu so einer Gräueltat bringen. Das bin ich mir und meinem Essen schuldig. Diese Dosen muss man jetzt aber nicht alle sofort wegschmeißen, sondern kann sie durchaus noch sinnvoll verwenden. Wo ihr Plastik und Müll in der Küche einsparen könnt und welche Alternativen ihr stattdessen nutzen könnt, wollen wir euch heute verraten.

Step 1 – Ausmisten 😐

Um eure Küche etwas plastikfreier zu gestalten, solltet ihr euch erstmal einen Überblick verschaffen. Teilweise hat man ja Zeug in den hintersten Ecken, welches man ewig nicht benutzt hat. Ich ahne schon, dass wir uns vom Sandwichmaker trennen müssen. Ihr kennt vielleicht die Mari-Kondo-Methode. Nehmt also ein Geschirrteil, ein Werkzeug, oder ein Gerät in die Hand. Fragt euch, ob es euch irgendwie glücklich macht und wenn nicht, weg damit! So habt ihr gleich eine Lektion in Minimalismus. 

Sortiert nicht alles aus, was aus Plastik ist, sondern legt es erstmal beiseite. Jetzt habt ihr vielleicht ein paar Sachen vor euch, die ihr lieber wegwerfen solltet. Tupperdosen, die innen aufgeraut sind, sollten lieber in den Müll. Der Kunststoff wird sich immer weiter auflösen und regelmäßig in euer Essen gleiten. Alle Dosen, die intakt sind und einen Deckel haben, könnt ihr weiterverwenden, wenn ihr möchtet. Wenn ihr radikal umsteigen wollt, gebt die Dosen im Sozialkaufhaus ab oder verschenkt sie. Schneidebrettchen, Kochlöffel, Pfannenwender aus Plastik, solltet ihr lieber durch Holz ersetzen. Warmer Kunststoff setzt oft giftige Stoffe frei, die wahrscheinlich niemand im Essen haben möchte. Wir haben auch noch ein paar große Schüsseln aus Plastik. Solange man darin nicht mit Metall rumrührt, kann man diese Schüsseln ruhig verwenden. Wenn sie allerdings schon einen ausgefransten Rand vom Kuchenbacken haben, solltet ihr diese lieber aussortieren.

Wichtig ist, dass ihr nichts wegschmeißt, was euch irgendwie glücklich macht oder was noch weiterverwendet werden kann. Ich kann Plastikdosen zum Beispiel immer gut im Garten gebrauchen. Damit bring ich dann Obst und Gemüse von A nach B. Viele Sachen haben ein zweites Leben verdient. Wenn ihr euch allerdings ganz sicher seid, dass ein Teil nur noch für den Müll taugt, dann bringt es zu einem Annahmehof oder werft es in die richtige Tonne. 

Step 2 – Ersetzen 😮

Wir haben nicht alles auf einmal ersetzt und das würde ich auch nicht empfehlen. Wenn ihr mal was Nettes seht, was ein Plastikteil in eurer Küche ersetzt, dann nehmt es einfach mit. Eltern sind da oft eine gute Quelle. Wir haben auch unglaublich schöne Sachen im Garten, die der Vorbesitzer dort gelassen hat. Also Omas Speicher, Muttis Keller, Onkels Laube, ihr glaubt gar nicht, was man da so findet. Auch Second Hand Shops und Tauschläden können da eine gute Adresse sein. Natürlich kann man auch hin und wieder etwas kaufen, dann achtet darauf, dass es möglichst fair und nachhaltig hergestellt wurde.

Was wir bisher ersetzt haben:

VorherNachher
Plastikflaschen für GetränkeGlasflaschen, Edelstahlflasche
PlastikdosenSchraubgläser*, Edelstahldosen, Glasdosen
SchüsselnSchüsseln aus Glas, Edelstahl, Keramik
TrinkhalmeTrinkhalme aus Glas, Edelstahl, Nudeln
Schneidebretter und Küchenhelferalles aus Holz
KaffeemaschineFrenchpress
BackpapierDauerbackmatte
Spülschwamm, Lappen, Bürstealles aus Baumwolle, recycelte Handtücher, Holzbürste
FrischhaltefolieBienenwachstücher

*Schraubgläser haben oft einen Kunststoffring im Deckel, der auch Weichmacher enthalten kann. Wenn ihr mehr darüber wissen möchtet, schaut mal bei Utopia nach

Step 3 – Vermeiden :mrgreen:

Wenn ihr jetzt schön ausgemistet und ersetzt habt, braucht ihr im letzten Schritt nur noch Plastik zu vermeiden. Kinderspiel, oder nicht? Gerade beim Lebensmitteleinkauf ist das oft gar nicht so einfach. Wer, so wie wir, in einer Stadt ohne Unverpacktladen wohnt, muss schon etwas kreativ werden, aber es ist nicht unmöglich. Wir kriegen ziemlich viel Obst und Gemüse unverpackt aus dem Garten, aber das Glück hat leider nicht jeder. Trotzdem gibt’s einfache Möglichkeiten, zumindest Müll zu vermeiden. Obligatorisches Accessoire ist der Jutebeutel! Der ersetzt schonmal Plastik- oder Papiertüte bei Spontankäufen. Außerdem gibt’s inzwischen in vielen Läden wiederverwendbare Gemüsenetze. Obstbeutel könnt ihr mit rudimentären Nähskills selbermachen und sie eignen sich auch hervorragend als Geschenk. Im Supermarkt um die Ecke gibt’s jetzt auch wiederverwendbare Brotbeutel.  Auch die lassen sich mit wenig Einsatz selber herstellen und ihr könnt dabei sogar alte Klamotten recyceln. Wir kaufen inzwischen viele Sachen in Gläsern, die wir dann auch noch mehrfach weiterverwenden. Weil wir gern Sprudelwasser trinken, haben wir uns so einen Wassersprudler zugelegt. Unterwegs hab ich immer eine Flasche dabei und fülle diese hin und wieder mit Leitungswasser. Das spart Kistenschleppen, Geld und Abfall. 

Tipps für weniger Plastik 💡

  • immer einen Beutel in der Tasche haben ❗
  • Mehrwegverpackungen nutzen
  • Einkaufszettel und Essensplan machen
  • auf Fastfood verzichten
  • auf Trinkhalme verzichten oder auf Glas- bzw. Edelstahlhalme umsteigen
  • Spülschwamm und Lappen durch Baumwoll-Varianten ersetzen
  • Spülmittel selber herstellen
  • Wegwerfprodukte wie Frischhaltefolie, Küchenrolle, Backpapier meiden
  • Küchenhelfer aus Holz verwenden
  • Lebensmittel in Edelstahl oder Glas einfrieren und aufbewahren
geteiltes Wissen ist doppeltes Wissen...
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2 Replies to “Plastikfreie Küche”

  1. Cornelius Hellinger

    Bei Trinkhalmen aus Glas wäre ich sehr vorsichtig. Die Verletzungsgefahr ist recht hoch. Die Dinger landen oft im Besteckkorb der Spülmaschine, das halten sie x-mal aus Bier x+1 gibts winzige Risse, brechen tun sie dann aber erst in der kalten Limonade. Es gibt welche aus Apfelpektin, für viele Getränke super, bei langsamem Trinken lösen sie sich aber auf, genau wie Nudeln.
    Edelstahl oder Bambus hat diese Probleme nicht. Bei Kindern und Betrunken oder anders eingeschränkten, besteht auch da mehr Gefahr sich zu verletzen, da beide Materialien sich nicht biegen und es schon Vorkam, dass jemand, stolpernd oder zuckend, den Trinkhalm zu tief in den Mund bekam.
    Falls man wirklich solche Dinger braucht, muss man vor dem Kauf genau überlegen warum und für wen.

    • sauercrowded

      Hallo Cornelius,
      danke für deine Anmerkung. Bei Glas ist natürlich immer Vorsicht geboten. Ich habe die Trinkhalme bisher nur per Hand gespült und das werde ich dann sicherhaltshalber auch so beibehalten 🙂 Bei der Arbeit verwenden wir die Trinkhalme aus Apfeltrester in alkoholfreien Cocktails. Wenn man nicht länger als eine halbe Stunde zum Trinken benötigt, halten die sich gut. Lange Makkoroni gehen theoretisch auch. Wie du sagst, da muss jeder für sich schauen, wofür er die Dinger braucht.

      Liebe Grüße

      Jule

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